Ein Bett im Baum inspiration

Wer im Urlaub hoch hinaus möchte, klettert in die Wipfel und genießt beste Aussichten Asowie Komfort. Imogen Lepere stellt acht der spektakulärsten Baumhotels weltweit vor

Lion Sands Treehouses Südafrika

Was macht man, wenn man einem Rudel Löwen gegenübersteht, die Tiere aber nicht erschießen will? Ganz einfach: Man flüchtet auf den nächsten Baum, wie Guy Aubrey Chalkley es einst tat und eine Nacht dort ausharrte. Vier Generationen später haben seine Nachfahren sein Land in ein privates Reservat verwandelt – und auf besagtem Baum das zweigeschossige, luxuriöse Chalkley Treehouse errichtet.

Neigt sich hier der Tag dem Ende zu, wird es Zeit für ein Picknick-Dinner, bei dem Busch-Antilope an Rosmarin serviert wird, während man völlig gebannt den aufziehenden Nachthimmel bestaunt: Kann es wirklich so viele Sterne geben? Mit dem Abend kommen auch neue Geräusche. Hat man tagsüber bei einer Safari oder Busch-Wanderung mit den Guides die Tiere gesehen, kann man sie jetzt hören: heulende Hyänen auf der Jagd, schnaubende Impalas, die nervös umhertänzeln, und knurrende Leoparden. Im Bett auf neun Meter Höhe muss man sich davor jedoch nicht ängstigen – und falls doch: Der Ranger ist immer nur einen kurzen Anruf entfernt.

Lion Sands bietet noch zwei weitere Baumhäuser, die genau wie das Chalkey mit üppigen Himmelbetten, Teakholz-Möbeln und Öllampen ausstaffiert sind. Perfekt für Familien: Das geräumige Tinyeleti Treehouse am berühmten Kruger-Nationalpark mit fantastischem Blick über den Fluss Sabie.

Travel Details

DZ ab 249 Euro pro Nacht inkl. Essen und Drinks. Der nächste Flughafen ist Skukuza via Johannesburg International (etwa anderthalb Kilometer entfernt). http://lionsands.com

Treehouse Point Seattle, USA

Sein erstes Baumhaus baute Pete Nelson, als er fünf Jahre alt war (vielleicht war sein Vater auch daran beteiligt). Glücklicherweise hat er seitdem nie wieder damit aufgehört: Seine sechs Cottages in den Wäldern von Seattle wirken mit ihren schiefen Schindeldächern und steilen Treppen wie das Zuhause von Elfen und Kobolden – und so klingen auch ihre Namen. Im zweigeschossigen Trilium etwa kuschelt man sich am besten in die tiefen Ledersessel und bestaunt aus den fast durchgehend verglasten Wänden das Lichtspiel der Bäume ringsum.

Der Tempel des Blauen Mondes, der nur über eine Hängebrücke zu erreichen ist, sticht vor allem durch eine Besonderheit hervor: der wuchtige Baumstamm in der Mitte des Raumes. In dem erdgeschossigen Haupthaus gibt es ein Gemeinschaftsbadezimmer und jeden Morgen wird vor Ort ein köstliches Frühstück serviert, zubereitet von Petes Frau Judy. Im Anschluss geht es wahlweise zum Thai-Chi, zum Yoga oder zur Massage. Wer mehr Natur will, erklimmt den Rattlesnake- Kamm, um den Blick über den gleichnamigen See zu genießen, oder begibt sich auf weitere Wandertouren. Denn obwohl Seattle nur 35 Minuten entfernt ist, wirkt es hier, als wäre man in einer anderen Welt – wie in einem verwunschenen Märchenwald, in dem wohl doch Elfen und Kobolden leben.

Travel Details

DZ ab 243 Euro pro Nacht inkl. Frühstück. Der nächste Flughafen ist Seattle-Tacoma International (etwa 48 Kilometer entfernt). http://treehousepoint.com

Pench Tree Lodge Indien

Als Rudyard Kipling sein berühmtes Dschungelbuch schrieb, wurde er von der Region des jetzigen Pench-Nationalpark inmitten von Indien inspiriert. Auch heute tummeln sich hier Bengalische Tiger, Wölfe, Schlangen und Bären – den einen oder anderen Balu und Shir Khan erkennen Besucher sicherlich.

Anders als Mogli müssen Gäste jedoch nicht auf dem Boden schlafen, sondern können in den Baumhäusern der Pench Tree Lodge nächtigen. Vor zwei Jahren eröffnet, verbinden die insgesamt sechs Unterkünfte zeitgenössisches mit traditionellem Design: Dunkles Holz, Messingbetten und bunte Teppiche bilden eine harmonische Kombination, doch die wahren Stars sind die riesigen Balkone, von denen man auf 16 Hektar unberührten, lichten Wald blickt. Einen traumhafteren Platz zum Frühstücken kann man sich kaum vorstellen.

Das Abendessen dagegen nimmt man im Watering Hole in der Dining Lodge ein, welches indische und mediterrane Küche gekonnt mixt: Auf der Speisekarte stehen unter anderem Rosen-Kulfi-Eis und gebackener Kabeljau. Dazwischen entspannt man am Infinity-Pool, fährt mit dem Fahrrad zur Vogelbeobachtung, besucht die Basare der umliegenden Dörfer oder geht wandern. Ein Höhepunkt der Reise ist natürlich die Jeepsafari, um Balu und Shir Khan persönlich Hallo zu sagen.

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DZ ab 255 Euro pro Nacht inkl. aller Mahlzeiten. Der nächste Flughafen befindet sich in Nagpur (etwa 150 Kilometer entfernt). http://penchtreelodge.com

Finca Bellavista Costa Rica

Als Erica Andrews und Mateo Hogan diese Ecke des Regenwalds besuchten und erfuhren, dass sie abgeholzt werden soll, wussten sie: Das müssen sie verhindern. Schließlich war und ist die Region ein Vogelparadies, das nicht verloren gehen durfte. Inspiriert von dem Dorf der Ewoks in Star Wars beschlossen sie kurzum, eine Baumhaus-Siedlung zu errichten.

Elf Jahre später ist ihre Idee zu einer der nachhaltigsten Communitys der Welt geworden, umfasst ganze 242 Hektar Land und 40 Baumhäuser, die durch Seil- und Hängebrücken miteinander verbunden sind. Viele davon sind dauerhaft bewohnt, einige werden jedoch an kurzzeitige Besucher vermietet. Die Cabina Colibri beispielsweise, die mit ihrem Pagodendach leicht asiatisch anmutet, erstreckt sich über mehrere Ebenen bis in die Baumwipfel. Zum Beobachten der Tukane ist es der wohl tollste Platz. El Castillo Mastate dagegen beeindruckt mit Elektrizität und einer Muschel als Wasserhahn.

Am besten erkundet man die Finca über die Seilbrücken und entdeckt dabei die Artenvielfalt in den Baumkronen. Aber auch auf den sprichwörtlichen Boden der Tatsachen zurückzukommen, ist reizvoll: Die Bäume werden an den Wurzeln von Farnen und Orchideen eingehüllt. Durch die Anlage verlaufen zwei Flüsse, die mit Wasserfällen und Pools für Erfrischung sorgen. Obwohl die Baumhäuser eine private Küche haben, treffen sich die Bewohner abends im Open-Air-Restaurant.

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DZ ab 83 Euro pro Nacht. Der nächste Flughafen ist Golfito via Juan Santamaría International (etwa 40 Kilometer entfernt). http://fincabellavista.com

Free Spirit Spheres Kanada

Noch gilt sie als Geheimtipp, dabei sollte Vancouver Island auf jedermanns Traumreise-Liste stehen: An der milden Pazifikküste Kanadas gelegen findet man einerseits eine aufregende Kultur- und Food-Szene, andererseits wilde Strände und Natur.

Der ideale Ausgangspunkt, um die Insel zu erkunden, ist das Free Spirit Spheres im unberührten Lighthouse Country an der Ostküste. Gründer Tom Chudleigh, der Ingenieur ist, hat mit viel Können drei schwingende Baumkugeln aus Fiberglas erbaut, zwei weitere sind derzeit in Planung. Ein kuscheliges Nest für stürmische Winternächte ist das Eryn Sphere im Schutz von Zedern und Tannen. Im Sommer dagegen ist das Melody Sphere neben dem kleinen Teich perfekt: Bei offenem Fenster erfüllt das Quaken der Frösche, der Gesang der Vögel und das Rauschen der Bäume den Raum.

Innen mit Walnussholz, Heizung und einer kleinen Küche ausgestattet, entfaltet sich der Charme vor allem in den Details: Ein pfeifender Teekessel, flauschige Morgenmäntel und integrierte Lautsprecher sorgen rundum für Wohlbefinden. Und wenn man abends durch das leichte Schunkeln der Kugeln im Wind in den Schlaf getragen wird, versteht man plötzlich, was Vögel an ihren Nestern so schätzen.

Tagsüber weiß man gar nicht, was man zuerst unternehmen soll: Wie wäre es mit einem Ausflug nach Victoria, der Hauptstadt der Insel, um deren Architektur zu bestaunen, oder einem Abstecher zum Bauernmarkt in der nahegelegenen Stadt Qualicum Beach? Wer mehr Lust auf Bewegung und Abenteuer hat, kann sich entweder auf den umliegenden Wanderwegen austoben oder Kaltwassertauchen ausprobieren: Dank der Orkas und der Pazifik-Kraken, die sich hier tummeln, zählt die Region zu den aufregendsten Tauchgebieten weltweit.

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DZ ab 118 Euro pro Nacht. Der nächste Flughafen ist Nanaimo (etwa 74 Kilometer entfernt). http://freespiritspheres.com

Watamu Treehouse Kenia

Was für ein Spektakel: Zur einen Seite erstreckt sich der Watamu-Beach mit seinem Puderzuckerstrand und Korallengarten, in dem über 600 Fischarten leben. Zur anderen Seite, ins Landesinnere, zieht sich Arabuko-Sokoke, eine der letzten Trockenwälder an Afrikas Küsten und das Zuhause von unzähligen Affenbrotbäumen und kreischenden Meerkatzen.

An der Grenze dieser beiden einzigartigen Landschaften liegt das Watamu Treehouse, das zwischen den ringsum verstreuten Dörfern wie ein Ufo wirkt. Denn die beiden Türme sehen geradewegs aus, als hätte Gaudi sie entworfen: Gerade Linien und Ecken sucht man vergebens, die scheibenlosen Fenster kommen in allen möglichen und unmöglichen Formen daher.

Um möglichst wenige Bäume fällen zu müssen, wurden die sieben Zimmer hoch oben in den Wipfeln gebaut, was den Gästen einen fantastischen Blick beschert. Von zwei Zimmern 

des Nordturmes genießt man sogar eine 360-Grad-Rundumaussicht sowohl über den Strand als auch über den Wald. Die Zimmer im südlichen Turm, dem Kuzi, sind geräumig und mit mindestens zwei Betten sowie einem privatem Esszimmer ausgestattet. Balkone und Bäder gibt es in allen Zimmern.

In den Speiseräumen wird frisches Essen aus der Region serviert: Krabben, Avocados und Wassermelonen kommen beinahe täglich auf den Tisch. Weitere Treffpunkte für die Gäste sind zum einen die Dachterrasse, auf der zweimal pro Woche Yoga-Unterricht gegeben wird, zum anderen der schattige Poolbereich, von dem man sich nur schwer wieder losreißen kann. Wenn man es doch schafft, sind Kitesurfing oder Tieftauchen nur zwei von vielen Erlebnismöglichkeiten.

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DZ ab 163 Euro pro Nacht. Der nächste Flughafen ist Malindi (etwa 21 Kilometer entfernt). http://treehouse.co.ke

Bangkok Treehouse Thailand

Wenn man in Bangkok landet, kommt es einem oft so vor, als wäre die Stadt immer aktiv und würde nie enden: die Gerüche und Geräusche, die hektischen Menschenmassen und dichte Bebauung – diese City hört nirgendwo auf. Denkt man jedenfalls. Doch gerade einmal sechs Kilometer vom Business- Distrikt Sala Daeng entfernt liegt in einer Windung des Chao- Phraya-Flusses die paradiesische Insel Bang Kachao.

Schon seit 1977 darf die Insel nicht mehr neu bebaut werden, und so wuchern der Dschungel und wilde Obsthaine ungestört und nur von uralten Tempelruinen durchbrochen vor sich hin. Als einziges Hotel der Insel hat sich das Bangkok Tree- house perfekt seiner Umgebung angepasst: Die Bambuswände lassen es zu einem Teil des Dschungels werden. Den besten Ausblick genießt man, wie der Name schon erahnen lässt, aus dem Room With A View. Im kuscheligen Freilufthimmelbett in sieben Meter Höhe den Sonnenuntergang zu bestaunen, ist eine garantiert einzigartige Erfahrung. Komfortabler ist das sich über drei Stockwerke erstreckende Top Tree Nest, dessen Dachterrasse sich bestens zum Sonnenbaden eignet.

Am Wochenende erreicht ein schwimmender Markt die Insel, wo man direkt aus Booten Räucherstäbchen, Schmuck, exotische Früchte und köstliches Street-Food kaufen kann. Unter der Woche verköstigt das Hotel seine Gäste mit Wasser- melonensalat oder frischer Dorade an grünem Spargel-Curry. Die meisten Zutaten stammen aus dem eigenen Garten, denn Nachhaltigkeit wird hier groß geschrieben: Die Beleuchtung kommt von Solarzellen, statt Auto fährt man Fahrrad, und pro Buchung wird ein Kilo Müll aus dem Fluss gefischt.

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DZ ab 149 Euro pro Nacht ink. Frühstück und Eiscreme. Der nächste Flughafen ist Bangkok Suvarnabhumi (etwa 20 Kilometer entfernt). http://bangkoktreehouse.com

Treehotel Schweden

In Harads, einem unscheinbaren Dorf etwa fünfzig Kilometer südlich des Polarkreises, passiert nicht viel. Die Samen, die seit Jahrhunderten hier leben, fischen in dem rauschenden Fluss Lune, züchten Rentiere und begleiten Touristen zu den farbenfrohen Nordlichtern.

Ausgerechnet an diesem verlassenen Ort steht eines der aufregendsten Design-Hotels der Welt. Wobei man eigentlich von sieben Hotels sprechen müsste – so individuell sind die einzelnen Unterkünfte, die es vereint. Den besten Blick über das Tal genießt man von der gigantischen Terrasse des The Cabin aus. Das U-förmige The 7th Room hat anstatt eines Innenhofs ein Netz aufgespannt, von dem aus man Abermillionen Sterne beobachten kann. Die außergewöhnlichste Fassade haben The Ufo und The Birds Nest, die ihren Namen ganz und gar gerecht werden, während das Interieur des The Dragonfly der Traum jedes Minimalismus-Liebhabers ist.

Zum Essen versammelt man sich in dem Gästehaus der Mitgründerin Britta Lindvall. Serviert werden modern-nordische Gerichte wie Kartoffeln mit Moos oder Moltebeeren. Wer sich im Winter hierher wagt, hält sich am besten mit Waldbeerenschnaps und Saunagängen warm. Im lauen Sommer ist die Essence-of-Lappland-Tour ein Muss: Künstlerin Eva Gunnare weiht einen dabei in die Geheimnisse ihrer Region ein.

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DZ ab 517 Euro. Der nächste Flughafen ist Luleå (etwa 108 Kilometer entfernt). http://treehotel.se

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